Abrechnung und Honorierung

Bitte senden Sie nach bestandener Prüfung das entsprechende Formular zusammen mit einer Kopie der VERAH®-Urkunde ausgefüllt an die im Formular aufgedruckte Fax-Nummer. Nur so kann gewährleistet werden, dass Ihre Praxis den Chroniker-Zuschlag (VERAH®) auf die Pauschale »P3« erhält.

Rückfragen richten Sie bitte an unseren Kundenservice unter der Telefonnummer 02203/5756 1111.

 

Nichtärztliche Berufe werden in vielen Ländern bereits seit Jahren als hausärztliche Partner in der primärärztlichen Versorgung gestärkt, sei es nun als Nurse Practitioner in Australien, Nurse Consultant im Vereinigten Königreich oder auch als Nursing Specialist in den Niederlanden. In Deutschland hat diese Entwicklung erst relativ spät begonnen. Mit der Erkenntnis, dass bei gleichzeitig steigender Versorgungslast die Zahl der Hausärzte in Zukunft drastisch sinken wird, entstanden zwischen 2004 und 2009 verschiedene Initiativen, die nichtärztliche Gesundheitsberufe so qualifizieren, dass sie die Ärztinnen und Ärzte entscheidend entlasten können.

Lange blieb es den Hausarztpraxen überlassen, die Kosten für die Fortbildung der Praxisteammitglieder selbst zu finanzieren. Erst langsam reifte die Erkenntnis, dass die Übernahme spezifischer Betreuungsleistungen durch eine weiterqualifizierte Medizinische Fachangestellte auch honoriert werden müsse. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Tätigkeiten einer VERAH® zu honorieren:

  1. das kollektivvertragliche System, in dem die Kassenärztlichen Vereinigungen die Gesamtvergütung über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) an die Ärzte verteilen,
  2. die Hausarztzentrierten Versorgungsverträge (HzV), die zwischen dem Hausärzteverband und den Krankenkassen geschlossen wurden.

1. Die Abrechnung über den EBM:

  • Kostenpauschale von 17 Euro für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen anderer Personen (Helferinnenbesuch) – GOP 40870 und 40872.
  • Die MFA muss dafür die Qualifikation gemäß Anlage 8 zum Bundesmantelvertrag Ärzte (Delegationsvereinbarung) als Nichtärztliche Praxisassistentin erwerben.
  • VERAH® können diese Qualifikation in der Regel durch 20 Stunden VERAH®-Plus-Kurse und eine Lernerfolgskontrolle im Multiple-Choice-Verfahren – in einigen Kammern online – erwerben.
  • Die Gruppe der Patienten, für die diese Leistung erbracht werden kann, ist allerdings durch den GBA eng definiert: chronische und/oder schwerwiegende Erkrankung und älter als 65 Jahre. Eine Abrechnung ist zudem nur in »unterversorgten Gebieten« möglich. Aus diesen Gründen gilt diese Ziffer und Finanzierungsmöglichkeit als nicht besonders attraktiv.

Aber: Seit Ende 2013 schließen die Kassenärztlichen Vereinigungen Vereinbarungen mit den Kassen, die das Ausschlusskriterium der »Unterversorgung« nicht beinhalten. Nichtärztliche Praxisassistentinnen (»Vorliegen der Qualifikation gemäß Delegationsvereinbarung«) können den Helferinnenbesuch landesweit nach EBM abrechnen. Es ist für Hausarztpraxen empfehlenswert, den aktuellen Stand bei der jeweiligen KV zu erfragen.

Darüber hinaus sind in einigen Regionen neben den EBM-Regelungen Sonderverträge mit den Krankenkassen verhandelt worden, die den VERAH® besondere Aufgaben übertragen. So werden im VERAH®-CARE-Vertrag der KV Mecklenburg-Vorpommern mit der AOK Nordost das Fall- und Schnittstellenmanagement, die Versorgung in der Häuslichkeit und die Wundversorgung durch die VERAH® mit jeweils 25 Euro vergütet.

2. Die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV):

Auch wenn das KV-System langsam nachzieht und die Leistungen einer VERAH® inzwischen vergütet, so ist doch das eigentliche Zuhause der VERAH® die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) nach § 73b SGB V. In den HzV-Verträgen des Hausärzteverbandes – zuerst in Baden-Württemberg und schließlich in allen Verträgen, ob regional oder bundesweit – wurde von Beginn an die Versorgungsleistung einer VERAH® beim Honorar berücksichtigt.

In den Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung ist für diejenigen Praxen, die eine Medizinische Fachangestellte mit der VERAH®-Qualifikation beschäftigen, ein Zuschlag auf die Honorarpauschale für Chroniker von fünf Euro pro Patient und Quartal vereinbart. In Praxen mit einem großen Anteil eingeschriebener Patienten können die Gebühren von circa 1.800 Euro für die Absolvierung des VERAH®-Curriculums bereits nach einem Quartal finanziert sein. Auf diesem Weg wird die verbesserte Strukturqualität honoriert – und nicht einzelne Leistungen, die von einer VERAH® erbracht werden. So wird dieses erweiterte Versorgungsangebot von Hausarztpraxen bürokratie- und dokumentationsarm  gefördert. Allein in Baden-Württemberg ist 2013 insgesamt ein Honorarvolumen von über 9,5 Millionen Euro an die VERAH®-Praxen ausgeschüttet worden.

Aber nicht nur über die Honorierung der Tätigkeiten der VERAH® lassen sich die Anfangsinvestitionen schnell amortisieren. Auch staatliche Träger steigen zunehmend in die finanzielle Unterstützung zur Förderung der VERAH®-Initiative ein.